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Salpeter und Salze – Ausblühungen in Wand und Mauerwerk

Zu finden sind die Ausblühungen an verputzen, aber auch unverputzten Innen- oder Außenwänden, häufig an Kellerwänden. Aber wie entstehen Salze in Mauerwerk?

Salpeter und Salze sind in ihrer typischen Erscheinungsform auch für Laien schnell erkennbar. Hervorgerufen durch das Kristallisieren, werden die Salze als weiße Ausblühungen auf dem Mauerwerk sichtbar, die eine kalk- oder pulverähnliche Substanz haben. 

Ausblühungen von Salpeter und Salzen gehören zu den größten Schadenverursachern an Bauwerken. Bei Feuchtigkeitsschäden an Altbauten sind sie praktisch immer beteiligt.

Schäden durch Salze

Die Ursachen für Salpeter und Salze in Wand und Mauerwerk

Wenn Wasser in das Gebäude oder Mauerwerke eindringt, löst es die in den Baustoffen (Ziegel, Mörtel oder Klinker) vorhandenen Salze heraus, vor allem Kalium- und Natriumsulfat. Trocknet das Mauerwerk anschließend, bleiben die gelösten Salze an der Oberfläche zurück und kristallisieren. Die Folge: weiße Flecken auf der Oberfläche des Mauerwerks. 

Ist das Mauerwerk verputzt, kann dieser Kristallisationsvorgang dazu führen, dass der Fassadenputz unschön aufgesprengt wird und die weißen Flecken dann dort zu sehen sind. Da die Salze ihre schädigenden Eigenschaften nur in Verbindung mit Feuchtigkeit entwickeln, muss das Mauerwerk dauerhaft trocken bleiben oder werden, um eine Salzbildung zu verhindern.

Haben sich bereits Salze gebildet, konnte dies nur geschehen, weil die schützende Abdichtung undicht geworden ist oder nicht vorhanden war.

Salze aus Mauerwerk entfernen

Salzausblühungen - nicht nur in älteren Gebäuden

Salzausblühungen und die damit einhergehende Zerstörung von Fassadenoberflächen aufgrund von feuchten Mauern sind vor allem ein Problem von älteren Gebäuden. Während Gebäude ab ca. 1920 durch horizontale und vertikale Feuchtigkeitssperren vor Bodenfeuchtigkeit geschützt wurden, sind ältere Gebäude der Feuchtigkeit und damit der Bildung von Salzen im Mauerwerk ausgeliefert. 

Aber auch bei Gebäuden mit bestehender Feuchtigkeitssperre können Problem mit Salzen und Feuchtigkeit auftreten, weil die Abdichtung über die Jahre nicht beständig oder undicht ist.

Die Folge: Die Bodenfeuchtigkeit gelangt von unten in das Mauerwerk und verteilt sich in den Kapillaren des Baustoffs (Ziegelstein, Mörtel oder Klinker). Die Feuchtigkeit bringt Salze mit beziehungsweise werden in den Wandbaustoffen Bestandteile gelöst, die Salze bilden. Verdunstet die Feuchtigkeit, bleiben auf der Oberfläche kristallisierte Salze in Form von weißen Flecken oder Streifen zurück.

Salze im Mauerwerk gefährden langfristig die Bausubstanz

Verfahren um Salpeter und Salze aus dem Mauerwerk zu entfernen

Die Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit 

Da Salze ihre schädigenden Eigenschaften nur in Verbindung mit Feuchtigkeit entwickeln, muss das Mauerwerk dauerhaft trocken bleiben oder werden, um eine Salzbildung zu verhindern. 

Die erste Maßnahme ist zunächst das Mauerwerk nachträglich mit einer nachträglichen Horizontalsperre abzudichten, will man die Schadenursache dauerhaft und langfristig beseitigen. 

Die nachträgliche Horizontalsperre verhindert, dass durch die Kapillaren insbesondere von Ziegelsteinen Bodenfeuchtigkeit in das Mauerwerk gelangt. Dafür werden zweireihig versetzt Bohrlöcher angelegt, über die ein Injektionsstoff im Niederdruckverfahren ins Mauerwerk eingebracht wird. So werden die Kapillaren verstopft, bzw. hydrophobiert und damit eine wirksame Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit gebildet. 

Dieses Injektionsverfahren, auch Verpressung genannt, ist im Innen- und Außenbereich anwendbar und witterungsunabhängig. Der Aufwand zur Umsetzung ist minimal, es entsteht nur wenig Schmutz und ist rasch abgeschlossen. Damit ist die nachträgliche Horizontalsperre die geeignete Maßnahme gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk. 

Hier erfahren Sie alles zur Horizontalsperre!

Sanierputz gegen Feuchtigkeit

Da in den meisten Fällen Reste von Salpeter oder Salz im Mauerwerk vorhanden sind, empfehlen wir den Einsatz von speziellem Sanierputz. Der alte Putz wird entfernt und durch diesen Sanierputz ersetzt. Dieser nimmt das Restwasser aus dem Mauerwerk auf und bindet die Salze. Sollte es doch zu Salzausblühungen kommen, werden diese einfach abgeschlagen und kräftig ausgebürstet. Da die Wand aufgrund der nachträglichen Horizontalsperre dauerhaft trocken bleibt, entstehen keine neuen Salzablagerungen. Die Fassade ist nachhaltig trocken und weitgehend salzfrei.

Sanierungen allein mit Putz oder Neu-Anstrichen reichen nicht aus. Dafür muss der Grund für die Salz- oder Salpeterbildung beseitigt werden. Die frühere Verwendung von hartem und dichtem Zementputz empfiehlt sich ebenfalls nicht, weil aufgrund der hohen Dichte des Zementputzes die Feuchtigkeit im Mauerwerk nicht verdunsten kann und sich in den Kapillaren des Mauerwerks nach oben transportiert. Die Folge: Das Wasser ist immer noch im Mauerwerk und bildet weiterhin Salze.